Was ist CityGML?

CityGML ermöglicht die Modellierung der wesentlichen Objekte einer Stadt. 3D-Geometrie, 3D-Topologie, Semantik und visuelle Erscheinung der Objekte können abgebildet werden. Es ist ein neutrales Informationsmodell basierend auf einer XML-basierten Struktur zur Beschreibung und zum Austausch virtueller 3D Stadt- und Landschaftsmodelle.

 

Durch den reichen Informationsgehalt von CityGML Modellen ist es möglich, urbane Strukturen zu visualisieren. Auch Fachanwendungen wie Stadtplanung und -marketing, Umweltanalysen, 3D-Kataster, oder komplexen Simulationen sind realisierbar.

 

CityGML in drei Punkten zusammengefasst:

  • Anwendungsschema der auf XML basierenden Geography Markup Language (GML)
  • Beschreibt die Geometrie, die Topologie, die Erscheinung und die Semantik virtueller dreidimensionaler Stadt- und Landschaftsmodelle
  • Dient zur Speicherung, Visualisierung und zum Austausch solcher Modelle

 

Warum gibt es CityGML?

 

Die ersten Anwendungen von 3D Stadtmodellen waren oft Insellösungen, die für spezielle Fachbereiche oder Infrastrukturen realisiert wurden. Ein austausch innerhalb von Verwaltungseinheiten war meist nicht möglich, da sich die Basistechnologien gegenseitig ausschlossen haben. Das jeweilige Stadtmodell war nur für eine bestimmte Gruppe oder Einsatzgebiet nutzbar.

 

Aus diesem Grund konnten sich 3D-Stadtmodellprojekte aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten schwer amortisieren. Ein integrativer Ansatz war notwendig, um die verschiedenen Infrastrukturen miteinander zu verbinden.

 

Lösung: Schaffung eines Datenmodells, dass alle Kriterien einer Stadttopographie vereint und damit als Schnittstelle für Modelle aus verschiedensten Bereichen dienen kann, z. B. Stadt- und Umweltplanung, Architektur und Immobilienmarketing, Tourismus, Simulation und Katastrophenmanagement, Indoor-Navigation und Facility Management.

 

Dies war der Startschuss für die Entwicklung von CityGML.

 

Seit wann gibt es CityGML?

 

Seit 2002 ist CityGML einer Expertengruppe zum Thema 3D-Geodaten der Special Interest Group 3D (SIG3D) entwickelt. Das Gremium besteht aus mehr als 70 Vertretern der Wirtschaft, Forschung und des öffentlichen Dienstes.

 

Durch die SIG 3D wurde CityGML im Jahr 2004 in Open Geospatial Consortiums (OGC) gebracht. Seit August 2008 ist CityGML als Standard des OGC anerkannt und im April 2012 in der Version 2.0.0 verabschiedet. Die Spezifikation von CityGML Version 3.0.0 laufen bereits.

 

Wer nutzt CityGML?

 

In Deutschland schreibt die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltung der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) die flächendeckende Haltung von 3D Gebäudemodellen in LoD1 in ganz Deutschland ab 01.01.2013 vor. Aktuell befinden sich knapp 53 Mio. LoD1 Gebäudemodelle im Bundesweiten Bestand (Stand September 2016).

 

Durch die „Zentrale Stelle Hauskoordinaten und Hausumringe“ (ZSHH) werden aktuell alle LoD1 Modelle von den Vermessungsverwaltungen der Bundesländer an interessierte Kunden mittels Gebührenordnung bereitgestellt.

 

Am Flächendeckende LoD2 Modell arbeiten die Länder bereits akribisch um dies in den nächsten Jahren initial abschließen zu können. Als empfohlenes Datenhaltungsformat ist CityGML spezifiziert.

 

Die Profile der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltung (AdV) wird im CityGML als Application Domain Extension (ADE) erweitert. Dieses Fachmodul lässt sich wiederum zum AAA-Modell (AFIS-ALKIS-ATKIS-Modell) via NAS miteinander verknüpfen.

 

Auch international wird CityGML bereits in vielen verschiedenen Projekten eingesetzt.

 

Welche Anwendungsszenarien gibt es für CityGML?

 

  • Stadtmodelle für Immobilien- und Wirtschaftsförderung
  • Landschafts-, Stadt- und Verkehrsplanung
  • Bereitstellung von 3D-Modellen für die Berechnung von Funkwellen- oder Lärmausbreitung
  • 3D Kartenanwendungen für die Veröffentlichung von Solarptentialflächen und Bestandsanlagen
  • Hochwassersimulation mit Darstellung von Pegelständen
  • Verschattungsanalysen

 

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